Endlich komme ich dazu, auch den letzten Teil der Dezember/Januar-Reise zu beschreiben. Wie bereits gesagt, sind wir von Cancun nach Mexico City geflogen. Da hat Charlotte dann ihre Mutter getroffen, die beiden sind da geblieben und ich bin nach Puebla gefahren, einigen vielleicht bekannt wegen des großen VW-Werks. In Puebla war dann leider nicht so viel los. Während wir in den anderen Hostels eigentlich nie Probleme hatten Leute kennenzulernen, war es dort ziemlich leer. Aber dann habe ich mir eben alleine die Stadt angeschaut und hatte endlich mal ein bißchen Zeit zum "chillen" :), Emails beantworten und schreiben etc. Nach Puebla bin ich dann weitergefahren nach Taxco. Taxco ist eine echt schöne Stadt, in den Bergen gelegen und ehemals gab es dort viele Silberminen. Immernoch gibt es dort unglaublich viele Silberschmiede und -geschäfte. Am 29. abends habe ich dann Charlotte und ihre Mutter wiedergetroffen und wir sind am nächsten Tag in die "grutas de cacahuamilpa" gefahren - große Grotten in der Nähe. Am 31. ging es dann weiter gen Süden an die Küste, nach Acapulco. Früher bekannt dafür, dass viele Hollywood-Stars dort Urlaub gemacht haben, ist es jetzt vor allem sehr touristisch. Aber zum Sylvester feiern genau das richtige ;) Die Fahrt dahin war weniger angenehm. Da es am Anfang sehr kurvig war, haben leider einige Kinder angefangen zu kotzen. Der Geruch auf der 5-stündigen Fahrt war dann dementsprechend angenehm, weil sich keiner geschert hat, es wenigstens ein bißchen aufzuwischen. Was wir dann aber wirklich nicht fassen konnten, war, dass die einen Eltern dem Kind kurz darauf Chips zu essen gegeben haben. Und - Überraschung - nicht viel später hat das Kind dann erneut gekotzt...
In Acapulco haben wir das Feuerwerk in der Bucht genossen und sind anschließend zu zweit noch weiter auf eine Party gegangen. Es war mal wieder unglaublich warm, sodass man selbst nachts noch ohne Probleme in kurzen Sachen rausgehen konnte. Am nächsten Tag war es ohne Wasser in der Nähe deswegen auch schwer zu ertragen, aber das gibt es da ja zur Genüge. Abends haben wir dann noch Klippenspringer angeschaut, die von 40m hohen Klippen mit Kopfsprung oder Salto in die Tiefe springen. Das müssen sie dabei so gut zeitlich abpassen, dass sie losspringen, wenn das Wasser gerade weggeht, damit sie eintauchen, wenn die Welle gerade kommt und mehr Wasser da ist. Nachts wollten wir dann um 23 Uhr weiterfahren nach Puerto Escondido, leider war der Bus aber schon voll und wir musste bis 2 Uhr nachts warten. Die 8-stündige Busfahrt war dann auch nicht wirklich angenehm, weil irgendwie die Klimaanlage ewige Zeiten aus war...Naja, dann kamen wir aber im wunderschönen Puerto Escondido ("versteckter Hafen") an. Surferparadies mit ganz vielen "Surferdudes" (liebester Gruß an meine Portugal-Crew :-) ), vielen jungen Leuten, schönem Strand,...da haben wir uns dann drei Tage aufgehalten und mehr oder weniger gar nichts gemacht. Einmal hatten wir uns so ein Wellenbrett ausgeliehen. Die Wellen waren leider so stark, dass mein alter Bikini-Verschluss ihnen zum Opfer gefallen ist. Glücklicherweise hatte Charlotte ein T-Shirt im Wasser übergezogen, was ich mir dann mal leihen konnte;) War auf jeden Fall unglaublich lustig alles und wir haben uns eine halbe Ewigkeit nicht mehr einbekommen vor Lachen. Abends haben wir uns dann nochmal eine Massage gegönnt und am nächsten Morgen sind wir ganz früh raus, um mit einem Boot raus aufs Meer zu fahren und Delphine und Schildkröten anzuschauen. Vor allem die Delphine gab es an diesem Tag wirklich in Massen, die sind dann auch vor unserem Boot hergeschwommen. Auch ein paar vereinzelte große Schildkröten haben wir gesehen und außerdem so Fische, die ein paar Meter in die Höhe springen, sich flach machen (sind so rochenförmig), und dann mit einem lauten Platsch wieder ins Meer fallen. Das machen die auch nicht aus einem ersichtlichen Grund, wir haben extra mal nachgefragt...
Danach ging es weiter nach Oaxaca. Wir hatten uns schon gewundert, wieso die Fahrzeit mit 7 Stunden angegeben war, weil die Strecke so kurz aussah auf der Landkarte. Am Ende sind wir mit einem Kleinbus losgefahren (15 Leute oder so), Gepäck oben draufgeschnallt und es ging durch unglaublich kurvige Straßen in die Berge. Das größte Erlebnis dabei war unsere erste Rast. Alles, was da ist, sind sehr arme Gegenden. Wir haben angehalten, wollten auf Toilette gehen, sehen die, gehen hin...erstmal so niedrige Hüttchen, dass man nichtmal drin stehen kann. Dann geht man aufs Klo .......... geht wieder raus.......füllt den Eimer voll Wasser aus einem Becken, geht zurück und spült damit ab...anschließend wäscht man sich in eben diesem Trog auch die Hände.....wieder haben dann unser Desinfektionszeug vorgezogen!!! Aber war mal was Neues...
Nach Bootstour und Kurvenfahrt hatten wir abends im Bett alle kurz das Gefühl, dass alles schwankt, aber das ging zum Glück auch bald wieder weg. Am nächsten Tag sind wir dann durch Oaxaca gelaufen und anschließend zu den größten Zapoteken-Ruinen gefahren - Monte Alban. So richtig motiviert für Ruinen waren wir zwar nicht, aber es gab einen wirklich fantastischen 360°-Blick. Außerdem waren wir noch in Tule beim angeblich dicksten Baum der Welt. War schon ganz nett, aber jetzt auch nicht das interessanteste oder beeindruckendste, was ich je gesehen habe;)
Und dann war auch schon der 7.1.10 da und es hieß für mich zurück nach Guadalajara. Ich war relativ früh am Flughafen in Oaxaca. Leider ist dieser winzig. Es gibt nur drei Geschäfte, ein Restaurant und man konnte noch nichtmal durch die Sicherheitskontrolle, weil die zwischendurch zu ist, wenn länger nichts abfliegt....
Jetzt bin ich wieder wohlbehalten zurück von einer echt tollen Reise, allerdings auch mal froh, längere Zeit an einem Ort zu bleiben, ohne ständig mein Zeug wieder packen zu müssen.
Heute hat auch das zweite Semester angefangen. Ich bin noch nicht so richtig motiviert, aber egal. Dieses Semester habe ich alle meine Kurse auf Spanisch, aber das sollte ja kein Problem mehr sein.
Fotos kommen so bald wie möglich :)
Sydney: zurueck
vor 10 Jahren
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